Dackel Schleswig-Holstein
Dackel Schleswig-Holstein

Und so fing alles an.....
.......oder auch „in loving memory"

Kaum ist wohl Eins von allen Erdenthieren,
von größer´m Muth, voll kühn´rer Tapferkeit,
als dieser Hund, unscheinbar kleiner Art.
Er fürchtet keinen Feind, so stark er sei
vom Körperbau so überlegen ihm.
Er fällt ihn doch mit scharfen Bissen an
verachtet alle Wunden, allen Schmerz,
und dauert aus in unverdross´nem Kampf.

 Franz Graf von Waldersee in Diezels
Niederjagd, 9. Auflage 1903

 

Als im März 1990 „Gerry vom Behkamp" das Licht der Welt erblickte und acht Wochen später dank einer der vielen ausgezeichneten Eingebungen Frauchens bei uns aufgenommen wurde, ahnten wir alle noch nicht, daß sich mit Eintreffen dieses „kleinen, süßen Kerls" auf Dauer unser gesamtes Familienleben entscheidend ändern sollte.

Eher harmlos war dabei noch, daß sich schon beim Abholen des Welpen im Auto alles „um den kleinen Hund" drehte und Herrchen , nach einer daraus resultierenden Geschwindigkeitsübertretung, ein entsprechendes „Strafmandat" zahlen mußte.

Sehr schnell bekam „Gerry", jetzt in „Günther" (mit t und h) umbenannt, die gesamte Familie „in den Griff" und damit verbunden, kam es dann auch zu den ersten Veränderungen. „Günther" wurde nicht nur ständiger Jagdbegleiter, sondern Herrchen wollte dem Hund Gutes angedeihen lassen und entschied sich dafür, den Hund unter „teckelkundiger" Anleitung auszubilden. Also trat man als guter Hundeführer natürlich einem Verein, hier dem Deutschen Teckelklub, bei!

Erst hier lernte man, was man eigentlich mit so einem kleinen Hund, der eigentlich nur für den jagdlichen Gebrauch gedacht war, alles machen und erreichen konnte. Schnell wurde einem auch klar gemacht, daß man im Grunde einen noch „ungeschliffenen Diamant" am Band hatte. Nur mußte das Duo, Herrchen und Hund, eindeutig auf den richtigen Pfad gebracht und korrekt eingewiesen werden.

Also wurde die Spurlautprüfung gemacht und es wurden erste Ausstellungen besucht. In diesem speziellen Falle stellte sich allerdings heraus, daß trotz hervorragender Ergebnisse des Hundes ( z.B. auf der Landessiegerzuchtschau in Rendsburg „Vorzüglich 1 und Anwartschaft Deutscher Champion") sowohl „Günther" als auch sein Herrchen für das „Show-wesen" als eher nicht geeignet angesehen werden konnten. Beide saßen mit finsterer Miene da und sowohl Richter als auch Publikum wurden, trotz aller Erfolge, gleichermaßen bei Annäherung mit Mißachtung gestraft oder auch einfach angeknurrt. So „grantelten" beide vor sich hin und warteten auf ein schnelles Ende der lästigen Veranstaltung.

Hier lag also sicherlich nicht unbedingt der Schwerpunkt des zukünftigen Geschehens .Der Interessenkonflikt war zu eindeutig.....und Herrchen und Hund gingen dabei, wie in Zukunft immer öfter, völlig konform! Erste Charaktereigenschaften übertrugen sich wohl vom Hundeführer auf den Hund - oder umgekehrt?

Ein gänzlich anderes Verhalten trat in dem Moment ein, in dem die grünen „Jagdklamotten" mit entsprechender Ausrüstung hervorgeholt wurden. Nun herrschte Begeisterung und jeder , der sich auch nur in die Nähe von Herrchens Rucksack wagte, sah sich in „Günther" einer Furie gegenüber, die offensichtlich nur noch aus Zähnen bestand. Hier wurde kein Pardon gegeben,- gleich wer sich annäherte, an diesen Sachen hatte niemand etwas zu suchen.

Die Passion „Günthers" kannte keine Grenzen und dementsprechend schneidig wurde lange Zeit gewaidwerkt. Aber über kurz oder lang ist Lehrgeld zu zahlen - und sowohl Fuchs als auch Schwarzwild sind ein unangenehmer Gegner. Mit leichten Blessuren fing es an, mancher Schmiß tauchte am Fang auf, manche Wunde mußte von Frauchen oder auch vom Tierarzt kuriert werden. Aber alles tat der Sache keinen Abbruch! Die Prüfung Bauhund Fuchs Natur wurde mit Bravour absolviert,- liebevoll gelegte „Kunst-Schweißfährten" wurden dagegen zunehmend belächelt, am Ende vollends ignoriert.Zuletzt hob er sogar am Anfang dieser Fährten demonstrativ sein Bein. Derartige Banalitäten sollte sich Herrchen doch gefälligst....... (ersparen?).

Im Laufe der Zeit wurde „Günther" zu einem unersetzbaren Jagdhelfer, der sowohl unter als auch über Tage sein Können zeigte. Mehrfach wurde nicht nur Wasser, sondern auch Blut geschwitzt, wenn der Rüde aus einem unterirdischen Verlies befreit werden mußte,- mehr als einmal haben wir ihn ausgegraben und waren froh und dankbar, wenn er wieder bei uns war.

Mehr als einmal ist der tapfere Kerl von Schwarzwild geschlagen worden; einmal kämpfte er drei Tage lang mit schweren Wunden und konnte nur dank Frauchens unendlicher Pflege überleben.

Gedankt hat er es, indem er immer wieder, und immer wenn es notwendig war, zuverlässig und gekonnt auf die Nachsuche ging und die zum Teil gravierenden Fehler seiner zweibeinigen„Mitjäger" ausbügelte. Nach einer solchen erfolgreichen Nachsuche erhielt dann „Günther" aus Dankbarkeit die Ehrendoktorwürde," Dr. h c" , verliehen und wurde von diesem Zeitpunkt an oftmals „gesietzt" und mit „Hallo Herr Doktor" angesprochen. Dies nahm er generell eher ungerührt zur Kenntnis, berichtete aber Herrchen nach einem langen Arbeitstag eingehend in der ihm eigenen Sprache von den Ereignissen der letzten Stunden.

Hielt er sein "Mittagsschläfchen", wünschte er, nicht gestört zu werden. Er schliefte dann unter eine Decke, vorzugsweise die Bettdecke,ein und ward nicht mehr gesehen. Wurde er dann in seiner "Mittagsruhe" gestört, wurde er extrem "ungehalten" und "langte schon mal zu". So geschah es an einem unwirtlichen Herbsttag, dass sich "Günthers" Herrchen auf die Bettdecke setzte - und wie von der Tarantel gestochen wieder hochschoss. "Günther" war unter der Decke und fühlte sich exorbitant durch diese unbefugte Annäherung gestört... und biss durch die Bettdecke ins unschuldige Gesäß. So war er eben...


Früher oder später ergab sich dann natürlich der Wunsch, daß ein solcher Hund sich weitervererben sollte. Und nach langem Suchen wurde in unserer Hündin „Asta aus der Probstei", genannt „Julchen", endlich die geeignete Lebensabschnittsgefährtin für den „Dr. h c" gefunden. In den Welpen dieser beiden Rauhhaarteckel liegt der eigentliche Ursprung derer „vom Eikenbrook". Kennzeichnend dafür ist insbesondere ein Nachkomme„Günthers" und „Julchens" - unsere Hündin „Bürste", die in idealtypischer Weise die Eigenschaften des Familienhundes und Jagdteckels in sich vereint und diese bereits auch schon wieder weitergegeben hat, unter anderem an die bereits jetzt vielversprechende Hündin „Gerlinde vom Eikenbrook" .

Leider ist unser „Günther" nicht lange in der Lage gewesen, seinen verdienten „Vorruhestand" zu genießen. Nachdem er alle jagdlichen Gefahren überstanden hatte, erlitt er in seinem 12ten Lebensjahr bei einer Auseinandersetzung mit einem wesentlich größeren Hund um eine schöne Hundedame so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit später im Kreise „seiner Familie" starb.

Es war eben nicht seine Art, zurückzustecken! Fast ganz wie bei den Menschen!

Betrachtet man aber heute die offenen, oftmals schelmischen Gesichter seiner Nachkommen, so weiß man mit Gewißheit, daß unser "Günthi" weiter lebt!

Mit fünfzehn Lebensjahren ist unsere "Stammmutter" Julchen /Omma (Asta aus der Probstei) unserem "Günthi" in die ewigen Jagdgründe gefolgt! Dort werden die Beiden sicherlich gemeinsam ebenso passioniert jagen, wie sie es hier "unter dem Regenbogen" bei uns auch getan haben. Julchen hat uns wirklich schöne und erfolgreiche Nachkommen und besonders auch wunderbare, jagdliche Erlebnisse geschenkt. Deshalb war ihr auch nie jemand böse, wenn sie mit zunehmendem Alter den ein oder anderen Bock beim Ansitz durch ihre Passion vergrämt hat. Einmal versuchte sie sogar, "vorzeitig" ihren Stand zu verlassen und den zu nahe gekommenen Bock zu "würgen". Nur die für sie persönlich zu kurze Leine hinderte sie nach dem Sprung, in drei Meter Höhe in der Luft hängend, an diesem Unterfangen.

So manches Mal hat sie ihren "Göttergatten" Günthi vermöbelt, wenn dieser ahnungslos "ihren" Welpen zu nahe kam. Sie war eben voller Passion und Tatendrang... und das haben ihre Nachkommen mit Sicherheit von ihr geerbt.

Unvergessen bleibt eine "besondere Heldentat" "Julchens", mit der sie an einem Nachmittag sage und schreibe fünf Füchsen den Garaus machte. Ab und zu muss man ja mal zum Einkaufen... und "Julchen" ging dann oft in unsere Stube aufs Sofa. Ein Platz den sie liebte. Nun lagen aber auf der Rückenlehne dieses Sofas seit kurzer Zeit fünf gegerbte, "harmlose" Fuchsfelle zur Dekoration.Als wir nun vom Einkaufen zurückkamen, sah man von "Julchen" in der Stube nur noch das "schöne" Dackelhinterteil aus dem völlig zerstörten Sofa zwischen den Sprungfedern herausragen - und hörte ein wüstes Geknurre. Der Zustand "ihrer Füchse" lässt sich nicht mehr beschreiben, sie hatte sie alle fünf "gekillt". Die anschließenden Versuche der "besten Ehefrau von allen" und unserer Tochter, das Sofa zu nähen, waren nur sehr eingeschränkt erfolgreich.

Julchen war und ist ein Familienmitglied, das wir nie vergessen werden, denn sie hat mit unserem "Günthi" den Ursprung unserer kleinen aber erfolgreichen Teckelzucht gebildet!!!

Nun ist die Jagd hier unten vorbei und wer vermag das schon zu sagen, eventuell geht es ja "über dem Regenbogen" weiter !!!

Ein großes Jägerherz hat aufgehört zu schlagen !!!

Es mag merkwürdig erscheinen, dass an dieser Stelle plötzlich Bilder eines Vorstehhundes, eines Deutsch Kurzhaar Rüden, erscheinen. Aber es handelt sich hier eben um Bilder unseres "Jakob", eigentlich " Glanz vom Hege-Haus",- nur wurde er nie so gerufen. "Jakob" ist Zeit seines Lebens unser Familienmitglied gewesen und war bis zuletzt "uneingeschränkter Herrscher seines Rudels" - manchmal wohl auch "seiner Menschen"! Er hat entscheidend das Leben in unserer Familie mit geprägt, in guten wie in schlechten Zeiten und er hat sich wohl im Laufe der Zeit immer mehr wie ein Rauhhaarteckel gefühlt und auch so gehandelt. Deshalb soll hier seine Geschichte in Kurzform erzählt werden - sonst würde sie Bücher füllen.

Da die Jagmöglichkeiten zur Auslastung eines Vorstehundes gegeben waren, entschlossen wir uns im Jahre 1999, in "jagdlicher Ergänzung" zu unseren Teckeln, nach einem geeigneten Welpen zu suchen. Auf den Rat von Experten besuchten wir am Rande des Teutoburger Waldes einen Deutsch Kurzhaar Zwinger, der in ganz Deutschland eine ausgezeichnete Reputation hatte - und waren persönlich mehr als betroffen. Eine Zuchtstätte von derartigen Ausmaßen hatten wir noch nicht erlebt. Die Hunde hatten eigene "Aufseher", lebten weitab von Familie und menschlicher Wärme und engem Kontakt und kannten eigentlich "Nichts".

Mitleid ist nicht immer ein unbedingt guter Ratgeber, aber trotzdem entschlossen wir uns, den "einzigartigen" Welpen mit uns nach Hause zu nehmen, nicht ahnend, was alles noch auf uns zukommen würde. Bei der folgenden Autofahrt jedenfalls wurde es schon mal spannend. Der "Welpe" fing an, unser Auto vom offenen Kofferraum über den Rücksitz her, beginnend mit dem Autoatlas, zu zerlegen!!! Alle Ablenkung nützte nur Sekunden etwas. Als wir die Heimfahrt unterbrechen wollten, schlief der Hund endlich vor Erschöpfung ein - und wir fuhren so schnell als möglich weiter nach Hause.

Zu Hause angekommen, war der Welpe wieder top fit - und versuchte, unserer Tochter, die den "Kleinen" auf dem Boden begrüßen wollte, ins Gesicht zu beißen. Nun wurde uns langsam das Ausmaß und die Folgen des bisher fehlenden, menschlichen Kontakts bewußt. Erst ganz langsam wurde der Rüde, der jetzt "Jakob" genannt wurde, vor allen Dingen durch die Bemühungen "der besten Ehefrau von allen", sozialisiert.

Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass "Jakob" , nun auch liebevoll "Spargel" oder "Hase" genannt, jagdlich weit überdurchschnittlich passioniert war und eine ebensolche Wildschärfe besaß. Wir hatten "Jakob" als Vorstehund geholt,- "Jakob" hat aber Zeit seines Lebens nicht ein einziges Mal vorgestanden- und er konnte und wollte es wohl auch nicht!!! Ähnliches zeigte sich bei der Entenjagd. Nicht nur seine verräterische "Leuchtturmfarbe" verriet ihn, sondern seine überschäumende Passion ließ ihn am ganzen Körper zittern und mit den Kiefern klappern. Alles Wasserwild war auf Kilometer vorgewarnt!

"Jakob" erwies sich zudem als das, was man in "Fachkreisen" als "Fernspäher" bezeichnete. Er rollte innerhalb von einer halben Stunde ungefähr drei Jagdreviere auf und kam dann stolz und erschöpft zurück. Aus diesem Grunde wurde er immer "beliebter" - und mehr als einmal erhielten wir den Ratschlag, dem "bekloppten Hund" doch endlich die "goldene Kugel" zu geben.

Dann wurde "Jakob" mit einem Jahr sterbenskrank. Die Tierärzte waren ratlos. Er magerte immer mehr ab, bis er nur noch 12 kg wog, also etwas mehr als ein Teckel. Oben und unten kam nur noch Blut heraus. Nun ging es gemäß dem Prinzip "Versuch und Irrtum", denn innerhalb von zwei Tagen würde "Jakob" wohl sterben. Da die Blutwerte stimmten, war letztendlich ein Pankreasenzym die entscheidende Lösung und "Jakob" nahm wieder zu und wurde wieder zusehens "stärker". Allerdings änderte sich sein Verhalten im Laufe der Zeit entscheidend. Er konnte ohne menschlichen Kontakt und Zuneigung , vor allen Dingen "zur besten Ehefrau von allen", nicht mehr auskommen. "Jakob" verfolgte sie auf Schritt und Tritt und wurde ihr "Hase", sogar ihr "Lover", weil er ohne Menschen nicht mehr sein konnte. Das führte dazu, dass man den Hund, z.B. im Auto, nicht mehr über längere Zeit allein lassen konnte, denn dann hyperventilierte er förmlich. Mehr als einmal haben uns Passanten als "Tierquäler" beschimpft, wenn sie "Jakob" nach fünf Minuten im Auto sahen - und einmal kam "Jakob" sogar über das Dach durch das nur mehrere Zentimeter geöffnete Schiebedach unseres Autos - von jeglichem Zwingeraufenthalt ganz zu schweigen - hier stieg der Hund über Wände!

Nach diesen prägenden Ereignissen nahmen wir seine "Eigenarten" hin, bis sich dann, mehr oder weniger durch Zufall, "Jakobs" wahre Bestimmung zeigte. Wir nahmen ihn mit auf eine Drückjagd und nun begann "Jakobs" schon fast legendäre Laufbahn!!! Sowohl Drück- als auch Maisjagden wurden seine Leidenschaft - und alles Schalenwild, insbesondere das Schwarzwild. Ohne zu zögern zog er alles krank geschossene Wild, dessen er auch nur irgenwie habhaft werden konnte, herunter. Bei einer dieser Aktionen an einem Damhirsch verlor er sogar einen Fangzahn. Schwieriges Gelände, Brombeeren, Schilf und Wasser waren ihm gleichgültig. Waren irgendwo Sauen, sprengte er die Rotte oder brachte den Keiler auf die Läufe. Innerhalb von Minuten wusste er, ob irgendwo Sauen steckten und im Treiben orientierten sich sowohl Treiber und Schützen als auch die anderen Hunde an ihm. Hörte man seinen rauhen Standlaut, wurde es allerhöchste Zeit, zu ihm zu kommen,denn immer öfter tendierte er dazu, das Wild, insbesondere natürlich seinen ärgsten Feind, das Schwarzwild, nicht nur zu bannen , sondern auch festzuhalten. Da die "Gewichtsklasse" "Jakob" dabei gleichgültig war, ob 30 kg oder 150 kg, kam es mehrfach zu ernsthaften Verletzungen. Er wurde gebissen und geschlagen...die Tierärzte kannten ihn schon. Aber all das tat seiner absoluten Härte dem Wild gegenüber und seiner Passion keinen Abbruch.

Zu Hause wurde er dagegen immer "schmusiger". Ohne menschliche Zuneigung kam er nicht mehr zurecht. Ging eine "seiner" Teckeldamen ins Wochenbett, war "Jakob" dabei und nahm dann, mit "Erlaubnis der Mütter", jeden einzelnen Welpen persönlich ab. Ging es dann aber zur Jagd...

Auf einer seiner letzten Jagden im Winter 2009 geschah es dann wieder. "Jakob" folgte über eine lange Strecke einem waidwund geschossenen Bassen von etwa 150 kg und stellte ihn. Wieder versuchte er das Stück Schwarzwild "zu halten", aber das wehrhafte Wild zog ihm mit seinen Waffen am Brustbein hoch und verletzte ihn schwer. Wieder einmal trat der Tierarzt in Aktion. Von dieser, seiner fünften ernsthaften Verwundung, hat sich "Jakob" dann in den letzten eineinhalb Jahren seines Lebens nicht mehr richtig erholt. Er wurde "langsamer", "baute sichtlich ab" , genoss dabei aber seine Ruhe und sein Rudel.

Er ist sicherlich auch nicht auf Grund dieser äußeren Verletzung gestorben, aber sie war symptomatisch für sein forderndes Leben. Und als er nicht mehr zur Jagd gehen konnte, wollte er einfach nicht mehr.Am 12.09.2011 hat er uns dann für immer verlassen ünd ist in "seine " ewigen Jagdgründe eingegangen.

 

Es gibt eben eine Zeit zu leben, zu lieben und zu jagen und eine Zeit zu sterben...

Nach fast fünfzehn Jahren in "ihrer" Familie und "ihrem" Rudel ist unsere "Bürste vom Eikenbrook" am 25.04.2013 über die große Regenbogenbrücke gegangen und jagt nun in "ihren" eigenen, ewigen Jagdgrüden. Sie konnte einfach nicht mehr!

Sehr schmerzlich ist damit für uns eine Ära zu Ende gegangen, denn "Bürste" war eine Tochter unseres ersten Teckels, "Dr.h.c. Günther Beckmann" und unserer "Omma" und für uns war sie bis zuletzt unsere "Grande Dame" unter den Teckeln !!!

"Bürste" verkörperte erstmals in idealtypischer Weise wirklich alles, was wir uns von einem Familien- und Jagdhund versprachen. Sie und unsere jüngste Tochter, Anna-Brit, liebten einander fast abgöttisch. "Kide", wie Anna-Brit "Bürste" gern nannte, war ihr absoluter Liebling und die beiden gingen im "Junior Handling" auf Grund ihrer hervorragenden Leistungen und ihrem fast blinden Vertrauen und Verständnis zueinander bis hin zur Teilnahme an den Meisterschaften des Deutschen Teckelklub.

Nicht nur, dass uns "Bürste" vier mal wunderbare Welpen geschenkt hat, auch im Ausstellungswesen und in jagdlicher Hinsicht hat die "kleine Bürste" alle Erwartungen mehr als erfüllt. Sie hatte sich, auf grund ihrer überragenden Nase, im Jahr 2004 für die "Chorin-Auswahlsuche" qualifiziert und kam auch als einziger von insgesamt sechs Hunden am Ende der Fährte als Suchensieger an. Trotzdem wurde ihr, da sie "nur" in einem dritten Preis bestanden hatte, die Teilnahme an der Bundessiegersuche durch nachträgliche Entscheidungen auf Landesverbandsebene unmöglich gemacht.

Wie selbstverständlich machte "Bürste" ihre Natur-Nachsuchen, arbeitete auf Drückjagden und auf Schauen erhielt sie sogar noch mit elf Jahren den Formwert vorzüglich in der Veteranenklasse.

Das ist nun alles vorbei! Was bleibt, ist der Schmerz um "die kleine Bürste" und die Hoffnung, dass sie nun mit ihrem Vater "Günther" und ihrem Freund, dem Deutsch-Kurzhaar "Jakob" , "in ihrem Jagdrevier" glücklich weiter jagen!

Am 26.08.2013 hat unsere alte Schäferhündin "Viktoria" mit fast dreizehn Jahren ihren letzten Gang über die große Regenbogenbrücke angetreten. "Viktoria" kam als ein sogenanntes "Hochwasseropfer" aus dem Osten zu uns und ... da sie niemand mehr abholen wollte, blieb sie eben den Rest ihres Lebens bei uns! Sie wurde uns als unverträglich anderen Hunden gegenüber, aggressiv und " kinderunfreundlich" geschildert. Nichts davon entsprach den Tatsachen! "Viktoria" erwies sich als der harmloseste und friedlichste Schäferhund, der jemals bei uns war. Sie brauchte nur eins, ihre Spiel- und Streicheleinheiten und altersgemäß ihre Ruhe - und sie liebte ihre Pansenstangen. Obwohl sie  " nur" drei Jahre bei uns war, hat sie doch all unsere Teckelwelpen in dieser Zeit mit groß gezogen und in idealer Weise "sozialisiert". Kein von ihr "aufgezogener" Teckelwelpe hat danach Angst vor "hochläufigen" Hunden gezeigt! Ihr ausgeprägtes Bestreben war es, wie eigentlich bei jedem Schäferhund, ihren Besitzern bis zuletzt treu zu dienen. Und das hat sie getan - bis die Krankheit dann stärker war als sie.

Nur fünf Monate nach seiner Schwester "Bürste", ist am 24. September 2013 ihr Bruder, unser "Beckmann vom Eikenbrook", im Alter von über fünfzehn Jahren über die große Regenbogenbrücke in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Damit hat "Beckmann" unseres Wissens nach all seine Geschwister überlebt. Als ein direkter Nachfahre unseres "Günther" und unserer "Omma" lag ihm die Jagd im Blut. Er war überaus passioniert. Er liebte Drückjagden und wenn man nicht sehr aufpasste, begann er die ein oder andere Jagd auch allein. Er "verabschiedete sich" dann wie ein Blitz, bevor die Jäger ihre Stände überhaupt erreicht hatten und fing nach eigenem Ermessen mit dem fröhlichen Treiben an! War dann "die Jagd vorbei", kam er fröhlich pfeifend zurück und war der friedlichste und liebste Hund der Welt. Dieses Verhalten zeichnete ihn auch zu Hause aus. "Beckmann" war im Rudel der unauffälligste und harmloseste Hund, den man sich vorstellen konnte. Er ließ sich, bis zum Schluß, lieber (clevererweise -:) ) von den "Damen" des Rudel "angrätzen" und entfernte sich still und leise, als dass er ohnehin "unnütze Gegenwehr" zeigte. Dann, mit den Jahren, waren Sofa und Sessel sein liebster Aufenhalt,- bis er auf diese Möbel auch nicht mehr heraufkam und lieber in seinem "Körbchen" unter "seiner Decke" schlief - wenn er es denn noch bei zunehmend schwindendem Augenlicht und Orientierunglosigkeit fand. Aber eines liebte er bis zuletzt, die Nähe zu seinem Rudel und seine Streicheleinheiten.

"Frederike vom Eikenbrook"

Still und sanft, das zeichnete "Frederikes" ganzes Leben aus..... und genauso ist sie auch nach zwölfeinhalb Jahren, am 02.12.2013, in die ewigen Jagdgründe eingegangen ...ganz still und sanft... Morgens hat sie noch auf ihre eigene Art Gartenarbeit verrichtet und Löcher gebuddelt, nachmittags lag sie tot in ihrem Körbchen. "Frederike", auch liebevoll "Muh" oder "Muschu" genannt, gehörte zu dem ersten Wurf "Brownies", den wir hatten. Um so stolzer waren wir auf sie. "Muh" war überaus menschenbezogen und freundlich. Sie ging jeglicher Auseinandersetzung aus dem Wege. Die Jagd war für sie aber ein "anderes Ding". Hier ging es zur Sache. Einmal wurde sie von einem Stück Schwarzwild förmlich überrannt ...und verlor fast ihr gesamtes Haar auf dem Rücken. Ein anderes Mal traf sie ein Stück Damwild mit den Schalen(Hufen) so ünglücklich am Kopf, dass sie für eine ganze Zeit besinnungslos liegenblieb.Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte "Frederike" dann bei unserer jüngsten Tochter Anna-Brit, die sich rührend um sie kümmerte. Und die Beiden wanderten, berufsbedingt, durch unsere ganze Republik, immer zusammen. Gedankt hat es ihr "Muschu" mit Geduld ,Treue und Liebe...

Wir sind sehr, sehr traurig!!!

Und wieder ist eine Teckel-Ära unbarmherzig vorbei! Am 13.Oktober 2014 ist, nach einem erfüllten Teckelleben, mit fast 16 Jahren, unsere liebe "Charly / Charlotte vom Eikenbrook" von uns über die Regenbogenbrücke in die ewigen "Teckeljagdgründe" eingegangen. Sie schaffte es einfach nicht mehr.

Unsere Kinder nannten sie damals liebevoll, frei nach Astrid Lindgren, auch "Carlotta, Ephraim, Pfefferminzia". Namen, die ihr Leben lang geblieben sind und die auch Beweis für ihren einmalig liebevollen und freundlichen Charakter waren. So hat "Charly" auch ohne Probleme acht zwei Tage alte Ammenwelpen angenommen, als wären es ihre eigenen und sie so überleben lassen. Einer dieser "Ammenwelpen" ist unsere "Loreley"! Außerdem hat uns "Charlotte" drei wunderschöne Würfe geschenkt. Aus einem dieser Würfe stammt unsere "Traute", die heute selbst schon wieder eine "Oma" ist.

Unvergessen bleiben auch "Charlys" Nachsuchen, die sie im Laufe der Jahre bravourös absolviert hat - ob in der freien Natur oder auf der Kunstfährte. Als sie z.B. auf ihrer 40 Stunden Schweißprüfung starten sollte, wurde sie kurz vorher von einer Wespe gestochen. Die Richter "grinsten" und hielten das für eine Ausrede, da vorher alle Hunde durchgefallen waren. "Charly" ging "lahmend" in diese Prüfung, kämpfte sich durch und bewies wirklich allen ihr Können. Sie bestand diese schwere Prüfung mit 92 Punkten und kam "lahmend", aber als Sieger, wieder aus dem Wald heraus (s.a. Bild oben).Mit diesem Ergebnis hatte sie sich für die Auswahlsuche des Landesverbandes Nord für die Bundessiegersuche qualifiziert.

Als sie dann, mit zunehmendem Alter, diesen körperlichen Strapazen nicht mehr gewachsen war, bestand ihre Aufgabe darin, den Teckelnachwuchs richtig "zu erziehen" und nachhaltig einzuweisen. Alle Welpen, gleich aus welchem Wurf, gingen bei ihr zur Schule :-) und bekamen so ein gesundes Sozialverhalten mit, das die Kleinen auf ihr späteres Teckelleben richtig vorbereitete.

Wir werden "Charly / Charlotte. Ephraim, Pfefferminzia" nie vergessen!

Am 13. September starb bei einem grauenvollen Unfall auf der Straße vor unserem Haus unsere kleine "Petra" (Petimusch) im Alter von gerade mal viereinhalb Monaten."Petra" war unser absolutes "Zuchtziel", die Erfüllung unserer Träume und ohnehin Michaelas Herzenshund in ihrer Lieblingsfarbe rot.

"Petra" zeigte schon in diesem Alter mehr, als man von so einem Junghund erwarten konnte. Sie "redete" auf Grund ihrer ausgezeichneten Charaktereigenschaften mit einem persönlich, war ausgesprochen führig und treu und suchte tatsächlich schon mit Sorgfalt gelegte Schweißfährten, die 20 Stunden alt waren.

Man konnte sich einfach keinen besseren  und schöneren Kameraden wünschen.

Um das Maß voll zu machen,ging am 08. Oktober unsere treue "Gerlinde" mit vierzehn Jahren in ihre ewigen Jagdgründe ein           ( unten Bild mit fast vierzehn Jahren).

"Gerlinde" war ein Teckel wie "aus dem Bilderbuch"! Sie schenkte uns in ihrem abwechslungsreichen Leben vier prächtige Würfe, war familien- und kinderfreundlich und ging für ihr Leben gern mit auf die Jagd.

Unvergessen werden ihre erfolgreichen Nachsuchen mit Michaela als Führerin sein. Zielstrebig erreichte "Lindi" die gestreckten Stücke Schwarzwild, während Michaela gleichzeitig die zurückgelegte Nachsuchenstrecke mit Zigarettenpapier kennzeichnete. Eine tolle Zusammenarbeit und Ergänzung.

Viele Erlebnisse mit unserer erfolgreichen "Gerlinde", die unvergessen bleiben!!! 

 

Überaus schmerzhaft und traurig verlief der Mai diesen Jahres 2017. Völlig überraschend und unewrwartet verließen uns "Else / Pölser" unser Springer-Spaniel und "Eibe", unser Weimaraner ("Dick und Doof") und gingen innerhalb kürzester Zeit in ihre Ewigen Jagdgründe ein.

Die Beiden lebten zusammen, jagten zusammen und waren einfach "Dicke Freunde" und unzertrennlich.

Ihre absolute Passion galt den Drückjagden, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

"Else / Pölser" liebte Schlamm und Wasser! Wenn sie einen Graben vor sich hatte, ging ihr Sprung nicht unbedingt auf die gegenüberliegende Seite - sondern mitten rein ins Wasser. Hatte sie Schwarzwild vor sich, kam sie unweigerlich zurück und sagte "bescheid". Man konnte sicher sein, daß die Sauen dann gleich kommen würden.

Allerdings,- wenn sie kam, mußte man vorsichtig sein, denn ihre Laute erinnerten mehr an das" Grunzen" eines Stückes Schwarzwild, denn an einen Spaniel.

Bei "Eibe" war es das genaue Gegenteil! Wasser war für sie ein notwendiges Übel und nicht etwas, was man gern annahm. Ihr "Lieblingswild" war das Damwild, das sie auch mit Vorliebe "runter zog". Von ihrer Größe her kein Problem!

Jetzt ist das gemeinsame Jagen endgültig vorbei und, wie immer, bleiben nur die schönen, traurigen Erinnerungen an zwei wunderbare Familienmitglieder und Jagdkameraden!

Wer ist das eigenartig kleine Wesen,

Bald komisch, bald tierernst, voll Muth und Kraft,

Treu, wachsam und zu kühner That erlesen?-

Der "Dachshund" ist's wie reine Zucht ihn schafft.

Nicht ängstigt ihn des Keilers grimmes Wetzen,

Nie müd' am Bergeshang und Fels er jagt,

Aus dunklem Bau treibt's ihn den Fuchs zu hetzen;

Er hilft, wenn Waidmann's Kunst und List versagt.

Brennt auch die Wunde, niemals wird er weichen,

Verachten Schläge, Biß und jeden Schmerz:

Die vielen Narben, blut'ge Ehrenzeichen,

Thun kund des braven Hundes tapf'res Herz

Wohl, deutscher Jäger, pfleg' den edlen Recken,

Erhalt den wack'ren Jagdgefährten Dir,

Laß dieses "Wort" viel Lieb' zu ihm erwecken,

Den schönen Lohn, Waidmann, bescheere mir!

 

R.Corneli "Der Dachshund", Paul Parey Verlag, Berlin 1885

Wenn alle dich meiden und hassen

ob mit oder ohne Grund,

wird einer dich niemals verlassen,

und das ist dein treuer Hund.

Und würdest du ihn sogar schlagen,

ganz herzlos und ohne Verstand,

er wird es geduldig ertragen

und leckt dir dafür noch die Hand.

Nur Liebe und selbstlose Treue

hat er für dich immer parat!

Er beweist es dir täglich aufs Neue,

wie unsagbar gern er dich hat.

Nennst du einen Hund dein eigen,

wirst du nie verlassen sein

und solltest du vor Einsamkeit schweigen,

dann bist du doch niemals allein.

Wird einst der Tod dir erscheinen,

und schlägt dir die letzte Stund,

wird einer bestimmt um dich weinen,

und das ist dein treuer Hund.

Drum schäm dich nicht deiner Tränen,

wenn einmal dein Hund von dir geht!

Nur er ist, das will ich erwähnen,

ein Wesen, das stets zu dir steht!

Weil mir mein Hund das Liebste ist,

da denk ich nicht an Sünde!

Mein Hund ist mir im Sturme treu,

der Mensch nicht mal im Winde.

(D.Trautwein)

 

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© Michaela & Burkhard Hammann