Gedankt hat er es, indem er immer wieder, und immer
wenn es notwendig war,
zuverlässig und gekonnt auf die
Nachsuche ging
und die zum Teil gravierenden Fehler seiner zweibeinigen„Mitjäger"
ausbügelte. Nach einer
solchen erfolgreichen Nachsuche erhielt dann
„Günther" aus Dankbarkeit die Ehrendoktorwürde," Dr. h
c" , verliehen
und wurde von diesem Zeitpunkt an oftmals „gesietzt"
und mit „Hallo Herr Doktor" angesprochen. Dies nahm er
generell
eher ungerührt zur Kenntnis, berichtete aber Herrchen nach einem
langen Arbeitstag eingehend in der
ihm eigenen Sprache von den
Ereignissen der letzten Stunden.
Hielt er sein "Mittagsschläfchen", wünschte er, nicht gestört zu werden. Er schliefte dann unter eine Decke, vorzugsweise die Bettdecke,ein und ward nicht mehr gesehen. Wurde er dann in seiner "Mittagsruhe" gestört, wurde er extrem "ungehalten" und "langte schon mal zu". So geschah es an einem unwirtlichen Herbsttag, dass sich "Günthers" Herrchen auf die Bettdecke setzte - und wie von der Tarantel gestochen wieder hochschoss. "Günther" war unter der Decke und fühlte sich exorbitant durch diese unbefugte Annäherung gestört... und biss durch die Bettdecke ins unschuldige Gesäß. So war er eben...
Früher oder später ergab sich dann natürlich
der Wunsch, daß ein solcher Hund sich weitervererben sollte. Und nach
langem Suchen wurde in unserer Hündin „Asta aus der Probstei",
genannt „Julchen", endlich die
geeignete Lebensabschnittsgefährtin
für den „Dr. h c" gefunden. In den Welpen dieser beiden
Rauhhaarteckel
liegt der eigentliche Ursprung derer „vom
Eikenbrook". Kennzeichnend dafür ist insbesondere ein Nachkomme„Günthers" und „Julchens" - unsere Hündin „Bürste",
die in idealtypischer Weise die Eigenschaften des
Familienhundes und
Jagdteckels in sich vereint und diese bereits auch schon wieder
weitergegeben hat, unter
anderem an die bereits jetzt
vielversprechende Hündin „Gerlinde vom Eikenbrook" .
Leider ist unser „Günther" nicht lange in
der Lage gewesen, seinen verdienten „Vorruhestand" zu genießen.
Nachdem er alle jagdlichen Gefahren überstanden hatte, erlitt er in
seinem 12ten Lebensjahr bei einer
Auseinandersetzung mit einem
wesentlich größeren Hund um eine schöne Hundedame so schwere
Verletzungen,
daß er kurze Zeit später im Kreise „seiner
Familie" starb.
Es war eben nicht seine Art, zurückzustecken!
Fast ganz wie bei den Menschen!
Betrachtet man aber heute die offenen, oftmals schelmischen Gesichter
seiner Nachkommen, so weiß man mit
Gewißheit, daß unser "Günthi"
weiter lebt!

Mit fünfzehn Lebensjahren ist unsere "Stammmutter" Julchen /Omma (Asta aus der Probstei) unserem "Günthi" in die ewigen Jagdgründe gefolgt! Dort werden die Beiden sicherlich gemeinsam ebenso passioniert jagen, wie sie es hier "unter dem Regenbogen" bei uns auch getan haben. Julchen hat uns wirklich schöne und erfolgreiche Nachkommen und besonders auch wunderbare, jagdliche Erlebnisse geschenkt. Deshalb war ihr auch nie jemand böse, wenn sie mit zunehmendem Alter den ein oder anderen Bock beim Ansitz durch ihre Passion vergrämt hat. Einmal versuchte sie sogar, "vorzeitig" ihren Stand zu verlassen und den zu nahe gekommenen Bock zu "würgen". Nur die für sie persönlich zu kuze Leine hinderte sie nach dem Sprung, in drei Meter Höhe in der Luft hängend, an diesem Unterfangen.
So manches Mal hat sie ihren "Göttergatten" Günthi vermöbelt, wenn dieser ahnungslos "ihren" Welpen zu nahe kam. Sie war eben voller Passion und Tatendrang... und das haben ihre Nachkommen mit Sicherheit von ihr geerbt.
Unvergessen bleibt eine "besondere Heldentat" "Julchens", mit der sie an einem Nachmittag sage und schreibe fünf Füchsen den Garaus machte. Ab und zu muss man ja mal zum Einkaufen... und "Julchen" ging dann oft in unsere Stube aufs Sofa. Ein Platz den sie liebte. Nun lagen aber auf der Rückenlehne dieses Sofas seit kurzer Zeit fünf gegerbte, "harmlose" Fuchsfelle zur Dekoration.Als wir nun vom Einkaufen zurückkamen, sah man von "Julchen" in der Stube nur noch das "schöne" Dackelhinterteil aus dem völlig zerstörten Sofa zwischen den Sprungfedern herausragen - und hörte ein wüstes Geknurre. Der Zustand "ihrer Füchse" lässt sich nicht mehr beschreiben, sie hatte sie alle fünf "gekillt". Die anschließenden Versuche der "besten Ehefrau von allen" und unserer Tochter, das Sofa zu nähen, waren nur sehr eingeschränkt erfolgreich.
Julchen war und ist ein Familienmitglied, das wir nie vergessen werden, denn sie hat mit unserem "Günthi" den Ursprung unserer kleinen aber erfolgreichen Teckelzucht gebildet!!!
Nun ist die Jagd hier unten vorbei und wer vermag das schon zu sagen, eventuell geht es ja "über dem Regenbogen" weiter !!!

Wer ist das eigenartig kleine Wesen,
Bald komisch, bald tierernst, voll Muth und Kraft,
Treu, wachsam und zu kühner That erlesen?-
Der "Dachshund" ist's wie reine Zucht ihn schafft.
Nicht ängstigt ihn des Keilers grimmes Wetzen,
Nie müd' am Bergeshang und Fels er jagt,
Aus dunklem Bau treibt's ihn den Fuchs zu hetzen;
Er hilft, wenn Waidmann's Kunst und List versagt.
Brennt auch die Wunde, niemals wird er weichen,
Verachten Schläge, Biß und jeden Schmerz:
Die vielen Narben, blut'ge Ehrenzeichen,
Thun kund des braven Hundes tapf'res Herz
Wohl, deutscher Jäger, pfleg' den edlen Recken,
Erhalt den wack'ren Jagdgefährten Dir,
Laß dieses "Wort" viel Lieb' zu ihm erwecken,
Den schönen Lohn, Waidmann, bescheere mir!
R.Corneli "Der Dachshund", Paul Parey Verlag, Berlin 1885

Ein großes Jägerherz hat aufgehört zu schlagen !!!
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Es mag merkwürdig erscheinen, dass an dieser Stelle plötzlich Bilder eines Vorstehhundes, eines Deutsch Kurzhaar Rüden, erscheinen. Aber es handelt sich hier eben um Bilder unseres "Jakob", eigentlich " Glanz vom Hege-Haus",- nur wurde er nie so gerufen. "Jakob" ist Zeit seines Lebens unser Familienmitglied gewesen und war bis zuletzt "uneingeschränkter Herrscher seines Rudels" - manchmal wohl auch "seiner Menschen"! Er hat entscheidend das Leben in unserer Familie mit geprägt, in guten wie in schlechten Zeiten und er hat sich wohl im Laufe der Zeit immer mehr wie ein Rauhhaarteckel gefühlt und auch so gehandelt. Deshalb soll hier seine Geschichte in Kurzform erzählt werden - sonst würde sie Bücher füllen.
Da die Jagmöglichkeiten zur Auslastung eines Vorstehundes gegeben waren, entschlossen wir uns im Jahre 1999, in "jagdlicher Ergänzung" zu unseren Teckeln, nach einem geeigneten Welpen zu suchen. Auf den Rat von Experten besuchten wir am Rande des Teutoburger Waldes einen Deutsch Kurzhaar Zwinger, der in ganz Deutschland eine ausgezeichnete Reputation hatte - und waren persönlich mehr als betroffen. Eine Zuchtstätte von derartigen Ausmaßen hatten wir noch nicht erlebt. Die Hunde hatten eigene "Aufseher", lebten weitab von Familie und menschlicher Wärme und engem Kontakt und kannten eigentlich "Nichts".
Mitleid ist nicht immer ein unbedingt guter Ratgeber, aber trotzdem entschlossen wir uns, den "einzigartigen" Welpen mit uns nach Hause zu nehmen, nicht ahnend, was alles noch auf uns zukommen würde. Bei der folgenden Autofahrt jedenfalls wurde es schon mal spannend. Der "Welpe" fing an, unser Auto vom offenen Kofferraum über den Rücksitz her, beginnend mit dem Autoatlas, zu zerlegen!!! Alle Ablenkung nützte nur Sekunden etwas. Als wir die Heimfahrt unterbrechen wollten, schlief der Hund endlich vor Erschöpfung ein - und wir fuhren so schnell als möglich weiter nach Hause.
Zu Hause angekommen, war der Welpe wieder top fit - und versuchte, unserer Tochter, die den "Kleinen" auf dem Boden begrüßen wollte, ins Gesicht zu beißen. Nun wurde uns langsam das Ausmaß und die Folgen des bisher fehlenden, menschlichen Kontakts bewußt. Erst ganz langsam wurde der Rüde, der jetzt "Jakob" genannt wurde, vor allen Dingen durch die Bemühungen "der besten Ehefrau von allen", sozialisiert.

Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass "Jakob" , nun auch liebevoll "Spargel" oder "Hase" genannt, jagdlich weit überdurchschnittlich passioniert war und eine ebensolche Wildschärfe besaß. Wir hatten "Jakob" als Vorstehund geholt,- "Jakob" hat aber Zeit seines Lebens nicht ein einziges Mal vorgestanden- und er konnte und wollte es wohl auch nicht!!! Ähnliches zeigte sich bei der Entenjagd. Nicht nur seine verräterische "Leuchtturmfarbe" verriet ihn, sondern seine überschäumende Passion ließ ihn am ganzen Körper zittern und mit den Kiefern klappern. Alles Wasserwild war auf Kilometer vorgewarnt!
"Jakob" erwies sich zudem als das, was man in "Fachkreisen" als "Fernspäher" bezeichnete. Er rollte innerhalb von einer halben Stunde ungefähr drei Jagdreviere auf und kam dann stolz und erschöpft zurück. Aus diesem Grunde wurde er immer "beliebter" - und mehr als einmal erhielten wir den Ratschlag, dem "bekloppten Hund" doch endlich die "goldene Kugel" zu geben.

Dann wurde "Jakob" mit einem Jahr sterbenskrank. Die Tierärzte waren ratlos. Er magerte immer mehr ab, bis er nur noch 12 kg wog, also etwas mehr als ein Teckel. Oben und unten kam nur noch Blut heraus. Nun ging es gemäß dem Prinzip "Versuch und Irrtum", denn innerhalb von zwei Tagen würde "Jakob" wohl sterben. Da die Blutwerte stimmten, war letztendlich ein Pankreasenzym die entscheidende Lösung und "Jakob" nahm wieder zu und wurde wieder zusehens "stärker". Allerdings änderte sich sein Verhalten im Laufe der Zeit entscheidend. Er konnte ohne menschlichen Kontakt und Zuneigung , vor allen Dingen "zur besten Ehefrau von allen", nicht mehr auskommen. "Jakob" verfolgte sie auf Schritt und Tritt und wurde ihr "Hase", sogar ihr "Lover", weil er ohne Menschen nicht mehr sein konnte. Das führte dazu, dass man den Hund, z.B. im Auto, nicht mehr über längere Zeit allein lassen konnte, denn dann hyperventilierte er förmlich. Mehr als einmal haben uns Passanten als "Tierquäler" beschimpft, wenn sie "Jakob" nach fünf Minuten im Auto sahen - und einmal kam "Jakob" sogar über das Dach durch das nur mehrere Zentimeter geöffnete Schiebedach unseres Autos - von jeglichem Zwingeraufenthalt ganz zu schweigen - hier stieg der Hund über Wände!
Nach diesen prägenden Ereignissen nahmen wir seine "Eigenarten" hin, bis sich dann, mehr oder weniger durch Zufall, "Jakobs" wahre Bestimmung zeigte. Wir nahmen ihn mit auf eine Drückjagd und nun begann "Jakobs" schon fast legendäre Laufbahn!!! Sowohl Drück- als auch Maisjagden wurden seine Leidenschaft - und alles Schalenwild, insbesondere das Schwarzwild. Ohne zu zögern zog er alles krank geschossene Wild, dessen er auch nur irgenwie habhaft werden konnte, herunter. Bei einer dieser Aktionen an einem Damhirsch verlor er sogar einen Fangzahn. Schwieriges Gelände, Brombeeren, Schilf und Wasser waren ihm gleichgültig. Waren irgendwo Sauen, sprengte er die Rotte oder brachte den Keiler auf die Läufe. Innerhalb von Minuten wusste er, ob irgendwo Sauen steckten und im Treiben orientierten sich sowohl Treiber und Schützen als auch die anderen Hunde an ihm. Hörte man seinen rauhen Standlaut, wurde es allerhöchste Zeit, zu ihm zu kommen,denn immer öfter tendierte er dazu, das Wild, insbesondere natürlich seinen ärgsten Feind, das Schwarzwild, nicht nur zu bannen , sondern auch festzuhalten. Da die "Gewichtsklasse" "Jakob" dabei gleichgültig war, ob 30 kg oder 150 kg, kam es mehrfach zu ernsthaften Verletzungen. Er wurde gebissen und geschlagen...die Tierärzte kannten ihn schon. Aber all das tat seiner absoluten Härte dem Wild gegenüber und seiner Passion keinen Abbruch.
Zu Hause wurde er dagegen immer "schmusiger". Ohne menschliche Zuneigung kam er nicht mehr zurecht. Ging eine "seiner" Teckeldamen ins Wochenbett, war "Jakob" dabei und nahm dann, mit "Erlaubnis der Mütter", jeden einzelnen Welpen persönlich ab. Ging es dann aber zur Jagd...
Auf einer seiner letzten Jagden im Winter 2009 geschah es dann wieder. "Jakob" folgte über eine lange Strecke einem waidwund geschossenen Bassen von etwa 150 kg und stellte ihn. Wieder versuchte er das Stück Schwarzwild "zu halten", aber das wehrhafte Wild zog ihm mit seinen Waffen am Brustbein hoch und verletzte ihn schwer. Wieder einmal trat der Tierarzt in Aktion. Von dieser, seiner fünften ernsthaften Verwundung, hat sich "Jakob" dann in den letzten eineinhalb Jahren seines Lebens nicht mehr richtig erholt. Er wurde "langsamer", "baute sichtlich ab" , genoss dabei aber seine Ruhe und sein Rudel.

Er ist sicherlich auch nicht auf Grund dieser äußeren Verletzung gestorben, aber sie war symptomatisch für sein forderndes Leben. Und als er nicht mehr zur Jagd gehen konnte, wollte er einfach nicht mehr...
Es gibt eben eine Zeit zu leben, zu lieben und zu jagen und eine Zeit zu sterben...

Wenn alle dich meiden und hassen
ob mit oder ohne Grund,
wird einer dich niemals verlassen,
und das ist dein treuer Hund.
Und würdest du ihn sogar schlagen,
ganz herzlos und ohne Verstand,
er wird es geduldig ertragen
und leckt dir dafür noch die Hand.
Nur Liebe und selbstlose Treue
hat er für dich immer parat!
Er beweist es dir täglich aufs Neue,
wie unsagbar gern er dich hat.
Nennst du einen Hund dein eigen,
wirst du nie verlassen sein
und solltest du vor Einsamkeit schweigen,
dann bist du doch niemals allein.
Wird einst der Tod dir erscheinen,
und schlägt dir die letzte Stund,
wird einer bestimmt um dich weinen,
und das ist dein treuer Hund.
Drum schäm dich nicht deiner Tränen,
wenn einmal dein Hund von dir geht!
Nur er ist, das will ich erwähnen,
ein Wesen, das stets zu dir steht!
Weil mir mein Hund das Liebste ist,
da denk ich nicht an Sünde!
Mein Hund ist mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.
(D.Trautwein)
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